
Im Riis-Museum
Frühmorgens regnet es noch, aber dann kommt die Sonne heraus und ein Regenbogen überspannt die Straße. Zum Geburtstag meines Mannes backe ich uns Pumpkin Tassenkuchen in der Mikrowelle. Das ist zwar bio, schreit aber nicht nach Wiederholung. Dann packen wir, räumen auf und verlassen unsere Bleibe Hos Helle gegen halb elf. Unser Gang führt uns noch einmal ins Kaffe Smeden, denn uns plagt Espressodurst.
Jacob A. Riis Museum
Danach beschließen wir, ins Riis-Museum (Sortebrødregade 1) zu gehen. Es ist in einem alten Fachwerkhaus untergebracht, zusammen mit dem Hexenjagd-Museum, welches wir uns aber ersparen. Jacob August (1849-1914) verbrachte hier einen Großteil seiner Kindheit und Jugend als rebellischer Lehrersohn. Schließlich schuftete er als Hilfsarbeiter. Mit 15 verliebte er sich unsterblich in die drei Jahre jüngere Adoptivtochter des reichsten Mannes der Stadt, des bereits erwähnten Fabrikanten Giørts. Elisabeth wollte jedoch nichts von ihm wisse. Jacob ging nach Kopenhagen, wurde Tischler, wanderte nach Amerika aus (wie 10% der dänischen Bevölkerung damals), lebte in Slums und auf der Straße und wurde nur durch Zufall Reporter und Fotograf. Er dokumentierte das Elend der Armen und wurde dadurch berühmt. Der amerikanische Präsident Theodor Roosevelt bezeichnete ihn als seinen Freund. Der dänische König Christian IX. verlieh ihm den höchsten Orden. Und seine Elisabeth, die heiratete er zum Schluss doch noch, 1876. In den USA sind Straßen und Plätze nach ihm benannt, auch wenn ihn hier, in seiner Heimat, kaum jemand kennt.
Es ist eine Lebensgeschichte, die meinen Mann und mich sehr bewegt. Seinem Thema, den Allerärmsten zu helfen, ist er bis zum Schluss treu geblieben. Ich kann das Museum allerwärmstens empfehlen.

In den Gassen von Ribe
Pizza Express und 7/11
Da uns wieder einmal der Hunger plagt, essen wir am Torvet 9 Durum mit Falaffel. Um 14:21 Uhr geht es dann wieder heimwärts, diesmal nur mit Zügen und zweimal umsteigen. In Kolding gibt es gleich am Bahnhof eigentlich ein sehr gutes Café, Freddys, aber das hat leider sonntags geschlossen. So müssen wir uns im 7/11 mit Biotee „Marokkanische Minze“ und Biokaffee begnügen.
Im letzten Zug haben wir dann Fenster nach Westen und können so die goldene Stunde zumindest erahnen – es ist etwas zu wolkig. Kurz nach 17 Uhr sind wir wieder zu Hause. Es war ein spannender Ausflug!
