In Bonn fliegen die Nilgänse

Nilgänse in den Bonner Rheinauen
Nilgänse in den Bonner Rheinauen

Viele exotische Tiere haben sich mittlerweile im milden Bonner Klima häuslich eingerichtet. Dazu gehören Halsband- und der etwas größere Alexandersittich mit rund 2.400 Vögeln, die sich in der Dämmerung laut kreischend auf ihren Schlafbäumen versammeln. Sie stammen vermutlich von der Gefangenschaft entflohenen Haustieren ab und ursprünglich aus Afrika und Asien. Zu Zeit wird geprüft, ob sie in die Schwarze Liste invasiver Arten aufgenommen werden sollen.

Ähnliches gilt für die kanadische Nonnengans und vor allem die hässliche, laute Nilgans, die sich insbesondere im Rheinauenpark und entlang des Rheinufers stark ausbreitet. Sie ist mittlerweile fester Bestandteil des Stadtbildes, verkotet die Parks und verdrängt heimische Wasservögel. Dazu noch zeigt sie sich als wenig scheu und manchmal sogar aggressiv.

Ergänzt werden diese Vögelchen durch südamerikanische Nutrias (Bisamratten), die einer Pelztierfarm entkamen. Sie graben große Löcher in die Böschungen und fressen nützliche Wasserpflanzen und Teichmuscheln und knabbern in der Rheinaue die Rinde von Bäumen ab, sodass sie absterben.

Leider werden all diese invasiven Arten nach wie vor von unwissenden Menschen gefüttert. Wenn du dann noch deinen Garten mit einer amerikanischen Thuja-Hecke umgibst, japanischen Hortensien pflanzt, deinen englischen Rasen regelmäßig niedermähst und pestizidgetränkte Unbio-Lebensmittel isst, hast du alles getan, um der Biodiversität in Deutschland den Garaus zu machen!

Aber es gibt noch Hoffnung. Bei meinen Spaziergängen am Bad Godesberger Rheinufer entdecke ich auch Bunt- und Grünspecht, Eichelhäher, Kleiber und Amseln, giftigen Hecken-Kälberkropf, Weißes Labkraut, Acker-Rettich, Weg-Rauke, Raue Gänsedistel, Acker-Hornkraut und Wilde Sumpfkresse, neben vielen anderen Arten. Bitte lasst euch nicht vertreiben!

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