
Zug bis Radolfzell und zurück: 2 x 21,2km x 0,05kg = 2,12kg CO2
Bus bis Stein am Rhein und zurück: 2 x 22,2km x 0,095kg = 4,22kg CO2
Gesamt: 6,34kg CO2
<Verbrauchen darf man pro Tag nur durchschnittlich 2,33kg CO2, Essen inkl.>
Weil man mit unserer Konstanzer Bodenseecard West an einer Stelle umsonst auch über die Schweizer Grenze kommt, machen Klaus und ich einen Ausflug in das hochromantische Stein am Rhein.
Bis Radolfzell bringt uns am Fronleichnam die S-Bahn. Dort haben wir ein paar Minuten Zeit und gehen zum römisch-katholischen Münster Unserer lieben Frau, wo gerade eine weihrauchgeschwängerte Eucharistiefeier stattfindet, von einem recht guten Orchester begleitet, mit anschließender Prozession durch die Stadt. Dann fährt uns der 200er-Bus ab Bahnhof über die Halbinsel Höri in einer Dreiviertelstunde in die Schweiz zum Steiner Untertor.
Wann war ich das letzte Mal hier? Als meine Lieblingstante totkrank war und ich sie ein letztes Mal in Rheinfelden besuchte? Ich erinnere mich, dass mein Hotel eines der mit Geschichten bunt bemalten Häuser war, erkenne es aber nicht wieder. Die älteste Fassadenmalerei hat das Haus „Weisser Adler“ (1520/25) – sie gilt als die früheste erhaltene der ganzen Schweiz und zeigt Motive aus Boccaccios Decamerone. Irgendwann einmal habe ich das italienische Meisterwerk in einer modernen deutschen Übersetzung gelesen…
Wir besuchen das äußerst sehenswerte Krippenmuseum in der Oberstadt, schlendern über die Rheinbrücke und hinunter zum Fluss, kaufen in der Bäckerei Marty zwar nicht bio, aber doch vegan und wohlschmeckend ein und setzen uns zum Vespern an den Rhein.

Anschließend besuchen wir das Museum Lindwurm, ein mittelalterliches Haus mit Empirefassade. Es zeigt auf 1.500 m² ackerbürgerliches Wohnen und landwirtschaftliches Arbeiten um 1850 – mit Schwerpunkt auf den Tätigkeiten der Frauen! In seinen Ursprüngen ist das Haus zwar auf das Jahr 1279 zu datieren, aber in seiner heutigen Form stammt das Vorderhaus aus den Jahren 1819/20, das Hinterhaus ist von 1712 (dort schliefen unter ärmlichen Bedingungen die Dienstbot*innen). In einem der Kinderzimmer darf gespielt werden, und hier entdecke ich in einer Schublade auch ein Buch des Esslinger Schreiber-Verlags mir dreidimensionalen Weihnachtsszenen zum Ausklappen. Der Eintritt ist kostenlos!
Da wir bis zur Abfahrt des Busses etwas Zeit haben, gönnen wir uns bei Il Gelato noch Eis in der Waffel. Es ist weder bio noch vegan – aber wenigstens stammt die Milch von einem Bauern aus der Region. Die Sorte „Sicily“ (mit kandierten Früchten) schmeckt einfach phantastisch, und auch Baum- (also Wal-)nuss mit Feigen ist nicht zu verachten. Sooo lecker!
