
Fahrstrecke mit dem Benziner von Konstanz: 2 x 43,2km, 3 Personen -> 0,08kg CO2 pro Nase = 6,91kg CO2
<Pro Tag sollte jeder Mensch nicht mehr als 2,33kg CO2 verbrauchen, Essen und Wohnen eingeschlossen!>
Da die Fahrt mit den Öffis leider nicht in unserer Bodenseekarte West enthalten und für drei Leute sehr teuer ist (unsere Tochter kommt mit!), entscheiden wir uns ausnahmsweise für einen kleinen Mietwagen. Man kann oben unmittelbar sehen, wie sehr ein Auto – auch wenn es gut besetzt ist – dein persönliches CO2-Budget belastet!
Wir umgehen die Autobahnen (Mautgebühr!) und kommen mittags an in der 80.000-Einwohner-Stadt mit dem schwarzen Bär im Wappen. Hier war ich in meinem ganzen Leben noch nicht! Wir laufen durch die malerische Altstadt. Zunächst einmal heißt es, den Hunger stillen, und das tun wir im Stadtbistro, wo man sich um Inklusion und Nachhaltigkeit bemüht. Sie arbeiten mit bei ReCIRCLE, To Good To Go und sind bei IBEX mit Silber zertifiziert. Hier bekommst du dein veganes Sonntagsbrunch, und jetzt, Zmittag, haben sie zwei tierleidfreie Gerichte zur Auswahl. Ich entscheide mich für Dhal mit Fladenbrot – sehr gut!
Nur zwei Häuser weiter ist die Lüchinger Galerie beherbergt. Hier kannst du das ganze Jahr über mundgeblasenen Baumschmuck erstehen, faszinierend vielfältig, mein Mann und meine Tochter sind überrascht und hin und weg (ich wusste im Vorfeld wegen meines Weihnachtsblogs, was uns erwartet).

Dann besuchen wir noch das UNESCO-Welterbe, das heißt: die Klosteranlage von St. Gallen schräg gegenüber. Hier baute sich der Mönch Gallus vor über 1400 Jahren eine Einsiedelei, um die Region zu christianisieren. Schnell entwickelte sich aus der Zelle ein kleines Kloster, das Mitte des 8. Jahrhunderts dem Benediktinerorden angegliedert wurde und St. Gallen im 12. und 13. Jahrhundert zu einem der geistigen Zentren Mitteleuropas machte. Trotzdem wurde 1524 die Reformation durchgesetzt, und erst im 18. Jahrhundert gewann die Abtei wieder an Einfluss. Aus dieser Zeit stammen Stiftskirche und -bibliothek, beide überaus sehenswert. Meine Tochter fotografiert das barocke Interieur und die Unmengen an herrlichen Büchern ausgiebig, um ihrem Freund klar zu machen, was er wegen seiner Arbeit alles verpasst hat! Nebenbei gibt es dort eine ägyptische Mumie zu bestaunen – die man aber wenigstens nicht knipsen darf.
Als das Museum schließt, beeilen wir uns, zum Auto zurückzukommen, denn ein heftiges Gewitter zieht auf. Bei Sturzregen und umringt von Blitzen fahren wir nach Konstanz zurück, bringen die Tochter nach Hause und geben das Auto ab. Als wir an der Bushaltestelle stehen, hat sich alles wieder beruhigt.
