Mittwoch, 1.8.2018: Von der Schönheit des Regens an Birkenblättern

Seit Wochen herrscht Dürre bei uns in Deutschland, der Klimawandel geht mit massiven Ernteausfällen einher. Die Temperaturen in Stuttgart klettern tagsüber selbst im Schatten bis auf knapp 40°C, und auch in den Nächten kühlt es kaum ab. Die Grillen zirpen um die Wette, ganz wie im Urlaub. Erst gegen vier Uhr morgens schlafe ich ein.

Als aber um sieben Uhr der Wecker klingelt, dringt ein milchig-gelbes Licht durch die Balkontür auf unser Tatami-Bett, weicher als der strahlendblaue Himmel der letzten Tage. Das Milchgelb wandelt es sich allmählich in grau, und dann geht es auch schon los:

Meine Balkonpflanzen sind begeistert, und diesmal ist es kein magischer Sinau von den Blatträndern, der sich hier in der Mitte meines Frauenmantels, meiner kleinen Alchemistin sammelt, sondern schlicht Wasser von oben.

Mein Mann Klaus bringt uns mit Cardamom gewürzten Espresso ans Bett. Auf dem Boden der Becher steht „Küss mich“. Wir tun es.

Die Erfrischung draußen ist so schön, dass ich mit nackten Füßen auf dem Balkon herumlaufe. Sogar in den Untersetzern der Tontöpfe sammelt sich der Regen. Ein Morgen ganz nach meinem Geschmack, trotz Müdigkeit. Und gewiss die Rettung für viele Lebewesen vor unserer Tür.

Dann kommt die liebe Sonne wieder, und wir halten mit Glückstee, Eiswürfeln und Bio-Mangosorbet gegen. Das Leben genießen: Ja, bitte!

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