10.3.19: Esslingen – Merkel’sches Schwimmbad

Schon der Weg zu diesem Schwimmbad ist schön: Der Bus 131 fährt uns ab der U-Bahn Haltestelle Ruit (hier tanzten früher einmal märchenhaft die Schuhe im Untergrund, bis Vandalen die Glaskästen zerstörten) hinunter nach Esslingen und bietet linkerhand eine großartige Aussicht auf das Neckartal. Wir steigen an der Haltestelle Maille aus, schwäbisch „Mallje“ ausgesprochen – Hinweis auf das ehemals hier gespielte Paille-Maille, ein Vorläufer des Krockets. Vorbei geht es am Kommunalen Kino entlang eines Neckarkanals und über ein Wehr zum EcoInn, dem einzigen Biohotel weit und breit, bis meine Tochter Lenja und ich schließlich die Mühlstraße 6 erreichen.

Das Merkelsche Bad besteht aus zwei Teilen: einem 60er Jahre Retro-Sportbad mit Saunalandschaft – und einem wunderschönen Jugendstilbad:

Hier grüßen Bleiglasfenster und in Stein gehauene Frösche im wechselnden Farbenspiel mit Massagestrahl und Unterwassermusik nebst einem Römisch-Irischen Dampfbad mit Kaltwasserbecken, Sole-Inhalationsraum und (nach Anmeldung) der Möglichkeit, eine orientalische Hamam-Massage bei Ali Nakbi zu genießen. All dies hat sich der Stifter und Bauherr, Geheimer Kommerzienrat Oscar Merkel, ausgedacht, eröffnet wurde 1907. Wie immer buchen Lenja und ich nur den Eintritt ins Jugendstil-Mineral-Thermal- und Dampfbad – Sportbad und Saunalandschaft lassen wir aus. Ein 2,5stündiges Märchen erwartet uns, geschmälert nur durch die vielen Kleinkinder, mit denen wir das Vergnügen teilen – Sonntag Nachmittag ist definitiv nicht ideal zum Bahnenschwimmen. Der Entspannung im Dampfbad tut der Termin hingegen keinen Abbruch, hierhin folgen uns die Schwimmflügel-Träger nicht.

Blick auf Kaltwasserbecken und Teeraum

Eintritt: 7€ für Erwachsene, 4,50€ für Kinder. Von früher her weiß ich es noch: Sehr empfehlenswert ist auch die Massage durch Ali (mit anschließendem Teetrinken), sie reicht von „Hamam-Morgane“ für 20€ bis „1001 Nacht“ für 90€. Anmeldung unter: https://www.swe.de/de/Baeder/merkelsches-schwimmbad/Wellness-Angebote/Hamam-Massage-Ali-Nakbi.html

8.3.2019: Stuttgart – Flanieren am Weltfrauentag

Blick von der Markthalle aufs Alte Schloss, (c) Barbara Pfeifer 2019

Am Schlossplatz spuckt mich die U-Bahn aus. Quer über den Platz laufe ich durch den köstlichen Torbogen (er beherbergt den Eingang zum besten Schokoladengeschäft Stuttgarts!) auf den romantischen Schillerplatz.

Musikalische Mittagspause: Während im hochmalerischen spätgotischen Fruchtkasten 2 Frauen 9 Männer interpretieren, am Doppelflügel und mit Gesang, von Händel bis Cláudio Santoro, träumen die Instrumente in den oberen Etagen weiter. Diana Ochoa de Spínola und Sabine Layer hatten vergessen, dass heute Frautentag ist, sonst hätte sich vielleicht eine Clara Schumann zwischen die Herren geschmuggelt, wer weiß? Aber auch so ist die halbstündige, allfreitägliche „Musikpause“ im Stuttgarter Musikinstrumentenmuseum (Start jeweils um 12.30 Uhr) schön und ungewöhnlich. Im Anschluss schlendere ich durch die Sammlung, spiele alles, was ich benutzen darf und bewundere den Rest, Summtopf, Kuhglockenklavier und solch unerhörte Dinge wie Flaschophon und Regenbogen-Regenschirm-Geige. Ja, und dann höre ich noch David Bowie’s „Space Oddity“, bei der er ein Stylophone benutzt. Bisher wusste ich noch nicht einmal, dass es so etwas gibt.

Ich flaniere weiter. Ein schmales Gässle zwischen Fruchtkasten und Stiftskirche. Rechts ein brutaler Neubau, aber verglast, und die Kirche spiegelt sich darin. Eines der ersten Dinge, die mir 1997 meine Vorgängerin im Verlag zeigte, um mich zum Bleiben in Stuttgart zu bewegen…

Blick von der Markthalle auf die Stiftskirche, (c) Barbara Pfeifer 2019

Ein Seitengässchen mit japanischen Comics an den Wänden. Daneben ein Juwelier mit ungewöhnlichen Kaminuhren im Schaufenster. Bei einer rollt eine kleine Metallkugel auf einer Platte im Zickzack von links nach rechts. Als sie außen angekommen ist, kippt die Platte, und die Kugel bewegt sich im nämlichen Zickzack zurück. So etwas kostet mehr als zehntausend Euro.

Nach einer Stippvisite in der Kirche schlendere ich zur Markthalle, Jugendstil, und gewiss eine der schönsten Markthallen Deutschlands (laut der Zeitschrift stern sogar die allerschönste). Alles was es hier gibt, befindet sich im eher gehobenen Preissegment, gefüllte Datteln in einem Dutzend Variationen, Jackfrucht, Pralinen, Blumen, Restaurants, und im Ober- und Untergeschoss Kleinmöbel, Seifen, Schmuck, Bücher. 1001 Nacht auf schwäbisch. Bio bei alledem leider nur in homöopathischen Spuren, und so schwelge ich in Träumen, Paradiesesbildern und Düften und kaufe – nichts. Aber ein Buch fällt mir ins Auge: Lauren Elkins „Flaneuse“. Frauen erobern sich flanierend die Städte. George Sand trug dazu im Paris des 19. Jahrhunderts Männerkleidung und einen Männernamen. Wie passend zu meinem heutigen Tag.

Doch jetzt mäandere ich nicht weiter, denn ich entdecke, dass es schon deutlich später ist als verabredet. Also geht es schnurstracks durch Dorotheenviertel und den Appendix der Bohnenvierteler Rosenstraße zum tristen Charlottenplatz, wo mich die U-Bahn wieder in ihre Arme schließt.

 

Stuttgart: Buschwerk im Wortkino

Buschwerk gleich „dichtes Gebüsch von größerer Ausdehnung“, wie der Duden schreibt? Oder eben der satirische Zeichner und Poet Wilhelm Busch aus dem 19. Jahrhundert. Um letzteren geht es im kleinen, feinen Wortkino, das gerade einmal 43 Zuschauern Platz bietet.

Zu jeder Eintrittskarte gibt es ein Getränk gratis, und im Foyer reihen sich die Bücher zum Schmökern: Die über die jeweilige Vorstellung des Abends und die zu den Schwerpunkten des Theaters – jüdische Kultur und Frauenliteratur.

An diesem Samstag ist also der Niedersachse Wilhelm Busch dran, das Multitalent (wer kann schon gleichzeitig zeichnen und reimen?), der Dorfmensch, der ewige Junggeselle,  der Liebhaber von Zigaretten (40-50 pro Tag) und Alkohol. Denn wie sagte er so schön:

Oh Menschenkind, bedenke wohl:
Dein größter Feind heißt Alkohol.
Doch in der Bibel steht geschrieben:
Du sollst auch deine Feinde lieben.

Der Erfinder von „Max und Moritz“ portraitiert sich: Max, das ist Buschs Jugendfreund Erich Bachmann, und Moritz, das ist er selbst. Aber die Streiche der beiden, die fanden wohl eher in Buschs Phantasie statt, denn er war ein sehr zartes, ängstliches Kind. Bei der Schweineschlachtung konnte er nicht zusehen, und die armen Tiere taten ihm so leid, dass er sich Zeit seines Lebens vor Schweinewurst ekelte. Muss deshalb das Ende der beiden waghalsigen Jungen so grausig sein?

Wieviel Grausamkeit er als Kind erfahren hat, ist nicht mehr genau feststellbar, zumindest in der Dorfschule dürfte er mit dem Rohrstock Bekanntschaft gemacht haben. Rohrstock plus protestantische Ethik: Führen sie zum unbewussten Wunsch, bestraft zu werden?

Der Abend ist trotzdem vergnüglich, der Schauspieler Norbert Eilts exzellent, und Buschs Verhohnepipelung der deutschen Spießbürger und Frömmler geht mir erst an diesem Abend so richtig auf. Der Humor des ernsten, verschlossenen, „sturmfesten“ Satirikers, des Urvaters des Comics, schreibt das Programmblatt, entsprang einer existentiellen Auseinandersetzung mit sich selbst – und dem ambivalenten Wesen des Menschen.

Prädikat empfehlenswert: „Buschwerk“ gehört zum festen Repertoire des Wortkinos, Werastr. 6, 70182 Stuttgart, www.wortkino.de.

 

Waldwellness

Warum geht es uns bei einem Waldspaziergang so gut? Nun, das liegt natürlich zum einen an der Stille, dem Vogelgezwitscher und der Farbe Grün, mit der wir Wachsen und Gedeihen, aber auch Hoffnung verbinden. Grün wirkt entspannend, beruhigend und harmonisierend – genau das also, was wir nach einem hektischen Tag im Büro brauchen. Und viel zu entdecken gibt es in der Natur auch.

Aber der Wald kann noch viel mehr, wie japanische Wissenschaftler herausgefunden haben, und das liegt an der Waldluft, genauer gesagt: an den in ihr enthaltenen ätherischen Ölen. Professor Iwao Uehara schickt deshalb sogar Patienten in den Wald, z.B. solche mit Burn-Out-Symptomen. Shinrin Yoku heißt sein Konzept, zu deutsch: Baden in der Waldluft.

In Japan ist Waldbaden bereits fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge, denn viele Studien konnten mittlerweile dessen Wirksamkeit belegen. Wer sich im Wald aufhält, so zeigten Untersuchungen, senkt seinen Blutdruck und reduziert Stresshormone – bei einem Spaziergang in der innerstädtischen Fussgängerzone funktioniert das nicht.

Das sogenannte Waldinnenklima ist durch einige Besonderheiten gekennzeichnet: Die Kronen der Bäume halten die Sonnenstrahlen ab und die Bäume verdunsten Wasser, was zu kühleren Temperaturen und einer höheren Luftfeuchtigkeit führt. Ein großer Baum kann an einem warmen Tag 200 Liter Wasser verdunsten – und nebenbei jede Menge Sauerstoff und wie gesagt ätherische Öle produzieren. Ätherische Öle wie z.B. das Fichtennadelöl, das gegen Erkältungen, Rheuma und neuralgische Beschwerden hilft.

Was wäre also besser, als einen ruhigen Waldspaziergang noch mit einigen Atem- und Entspannungsübungen zu verbinden? Mittlerweile wird Waldbaden oder Waldwellness in mehreren Orten auch in Deutschland angeboten – in Stuttgart-Sillenbuch zum Beispiel von mir. Fixer Termin im kommenden Jahr ist Sonntag, der 5.5.2019, von 10-13 Uhr, Treffpunkt die Bushaltestelle Erdbeerweg, Kosten 14€ pro Person (Kinder bis 16 Jahre kostenlos). Anmeldung (auch kurzfristig) bitte unter Barbara.Pfeifer@der-drugstore.de. Und wenn Ihnen dieser Termin nicht passt: Ab 4 zahlenden Teilnehmern können wir auch an einem anderen Tag Ihrer Wahl losspazieren.

Ich freue mich auf einen entspannenden, glücklichmachenden Tag mit Ihnen!

Orangeroter Becherling (Aleuria aurantia), essbar

Der Glück bringende Eisvogel

Ein Vogel wie Eisen, oben metallisch-türkis schillernd, unten rostbraun – ein farblich so auffälliges Tier muss in unseren Breiten einfach eins Glücksbringer sein! Im thüringischen Greiz kann man ihn mit etwas Glück an der Weißen Elster beobachten, ein geduldiger Jäger, der blitzschnell ins Wasser taucht und mit einem kleinen Fisch im Schnabel zurückkommt. Wenn ein Mensch ihn erstmals sieht, wirkt er so unwahrscheinlich wie ein Traum. Als Glücksbringer gilt er auch den thüringischen Glasbläsern in Lauscha, die ihn als Weihnachtsbaumschmuck verkaufen:

Sein australischer Verwandter wird Lachender Hans genannt, und mein Biologielehrer auf dem Gymnasium bezeichnete auch unseren einheimischen Eisvogel so, obwohl sein Gesang etwas weniger ausdrucksstark ist.

Bei Wikipedia heißt es zur Benennung:

Im Jahr 1758 bezeichnete Linné den Eisvogel als Alcedo ispida. Der lateinische Name Alcedo ist abgeleitet vom griechischen Halkyon, was so viel wie „die auf dem Meer Brütende“ bedeuten kann: Die um ihren Gemahl Keyx trauernde Alkyone und er selbst waren nach ihrem Tod von einem barmherzigen Gott in Eisvögel verwandelt worden. Jeden Winter trägt nun die Eisvogelhenne ihren toten Partner zu Grabe. Danach baut die Henne ein Nest, das sie auf den Wellen treiben lässt. Hinein legt sie die Eier und brütet ihre Küken aus. Nestbau und Brüten geschieht in den halkyonischen Tagen, das sind die je sieben windarmen Tage vor und nach der Wintersonnenwende. Die alten Griechen und Römer hielten den Mythos für real. Plutarch dachte, das Nest bestünde aus ineinander verflochtenen, kleinen Fischgräten und Plinius der Ältere berichtet in seiner Naturalis historia um 70 nach Christus von einem schwammähnlichen, nicht durch Eisen zerschlagbaren Nest. Selbst noch im 19. Jahrhundert hielt man die halkyonischen Tage für die Brutzeit des Eisvogels.

Zur Herkunft des deutschen Namens gibt es mehrere Theorien. So lässt sich der Name wahrscheinlich vom althochdeutschen „eisan“ ableiten, was „schillern“ oder „glänzen“ bedeutet und auf das glänzend-farbige Gefieder des Vogels bezogen ist. Wenige Autoren beziehen den Namen tatsächlich auf das Eis, indem sie einen Bezug zu seinem Aufenthalt an zugefrorenen Gewässern, dem Abeisen oder zu toten Tieren im Eis herstellen. Andere beziehen sich auf die „eisblauen“ Rückenfedern oder seine leichtere Auffindbarkeit bei Eis und Schnee. Zuletzt gehen einige Autoren davon aus, dass der Name ursprünglich „Eisenvogel“ bedeutet haben sollte, da die Rückenfedern des Vogels stahlblau oder die Unterseite rostrot gefärbt sei.

In englischsprachigen Ländern heißt er „Kingfisher“ und bei den Schweden „Kungsfiskare“. Als weiterer Name wird die Bezeichnung Sankt-Martins-Vogel oder Martinsfischer in Frankreich, Spanien und Italien verwendet.

Mythologie und Sage

Auf Grund der oben erwähnten griechischen Sage um überdauerte der Glaube an die Gattenliebe und die Treue des Eisvogels bis mindestens ins 19. Jahrhundert hinein. So ging der Naturforscher Conrad Gessner 1669 davon aus, dass das Weibchen beim Tod des Männchens einen Trauergesang anstimmen würde. Er soll Macht und Reichtum, Frieden und Schönheit verheißen. Zudem gilt er als GLÜCKSBRINGER. Zuletzt soll er den Fischern reichen Fang und den Schiffern eine gute Reise ermöglichen.

Nach einer französischen Sage wurde der damals noch grau gefärbte Eisvogel von Noah der Taube nachgeschickt. Er sollte erkunden, ob sich die Wasser der Sintflut zurückgezogen hätten. Da er auf seinem Flug einem Sturm ausweichen musste, flog er so hoch, dass die Oberseite die Farbe des Himmels annahm und die Unterseite von der Sonne rot gebrannt wurde. Als der Bote Bericht erstatten wollte, konnte er die Arche nicht mehr finden, so dass er noch heute die Gewässer nach Noah suchend abstreift.

Talismane aus Eisvogelfedern und -bälgen wurden früher gegen Blitzschlag eingesetzt. Das am Hals getragene getrocknete Herz sollte vor Gift und schwerer Not schützen. Mumifizierte Vögel dienten als Mittel zur Mottenabwehr und an einem Faden aufgehängt auch als Kompass und Wetterfahne. Sich widersprechenden Theorien zufolge sollte der Schnabel immer nach Norden oder in Windrichtung zeigen.  Paracelsus nahm an, dass der Eisvogel nach seinem Tod nicht verfaule, so dass der Naturforscher Balthasar Sprenger 1753 einen bestätigenden Artikel darüber abfasste.

Und wo finden wir dieses Kleinod in der Natur? Nun mit etwas Glück zum Beispiel im Padborger Tunneldal am Gendarmstien, beim Kruså-See – aber auch am Max-Eyth-See in Stuttgart stehen die Fotografen stundenlang, um DAS Bild des Vogels zu schießen.

 

Mittwoch, 12.9.2018: SteppenBarock

Almagul Menlibaeva, aus der Serie „SteppenBarock“, 2003, Fotografie

Opulente Inszenierungen in einer äußerst kargen Landschaft: Das ist der Weg der 1969 geborenen, kasachischen „Punk-Schamanin“ Almagul Menlibaeva, um die Stellung der Frau in der postsowjetischen Aera zu reflektieren.

„Ihre Performances rühren und begeistern bis zu Tränen, sie lassen ein Gefühl zurück, als sei man einem Wunder begegnet“, schreibt Julia Sorokina im Sammelband „Vom Roten Stern zur blauen Kuppel“ über die Künstlerin. Menlibaeva zeigt Frauen perfekt wie Ikonen – gleich ob sie nackt oder voll verschleiert sind. Unwirkliche orientalische Erscheinungen werden sie dadurch, wie Fata Morganas. Und Transformation, Verkleidung und Mystik sind auch 2018 noch ihre Themen.

Der Magie ihrer Fotografien wohnt für mich eine große Schönheit inne, die sich gerade aus dem Gegensatz von fast monochromer Steppe und der Innerlichkeit der Dargestellten zu den bunten Tüchern speist.

Viele Preise hat Menlibaeva gewonnen, den bisher letzten 2017 vom französischen Kultusministerium, den Chevalier Ordre des Arts et des Lettres (http://www.almagulmenlibayeva.com/).

Islamische Welten: Vom roten Stern zur blauen Kuppel. Kunst und Architektur aus Zentralasien. (c) 2004, ifa-Institut für Auslandsbeziehungen Berlin/Stuttgart

 

Donnerstag, 6.9.2018: Reiseglück

Auch wenn das nun nicht zum täglichen Beüben meiner Stärken wie dem Schönheitssinn gehört: Reisen macht mich glücklich, je weiter, je besser und: je fremdländischer, je besser. Es gibt nur eine Ausnahme: Ich reise nicht gern in Kriegs- und Krisengebiete. Ich habe das sowohl in Türkisch-Kurdistan (damals unter Kriegsrecht) als auch in Israel-Westjordanland-Gazastreifen erlebt und weiß: Ich will nicht Angst um mein Leben oder vor Verhaftung aus politischen Gründen haben.

Ich vermute, dass die Lust am Reisen genetisch bedingt ist: Mein Urgroßvater fuhr zur See und arbeitete später bei der Bahn, nachdem eine Trosse ihm die Hand zertrümmert hatte. Man sagt, er habe an jedem Endbahnhof eine Geliebte gehabt. Mein Großvater wiederum arbeitete vor dem Dritten Reich in Mailand und Barcelona und musste schließlich vor den Nazis über Polen in die Schweiz fliehen, wo er bis 1948 lebte.

Mein Vater schließlich hat schon in den 60er und 70er Jahren mit uns Kindern große Reisen unternommen, als die meisten Leute noch jahraus jahrein nur an die Nordsee oder in die Berge nach Österreich fuhren. Als ich sechs war, feierten wir mit vielen anderen das Mitssommerfest in Südschweden. Später lernten wir auch Nordschweden kennen und außerdem Dänemark, Finnland, Russland (Leningrad!), Frankreich, die Schweiz natürlich, Österreich, Jugoslawien, Griechenland und Italien. Und selbstverständlich hatte mein Vater alle Segelscheine, auch wenn er nie mit mir gesegelt ist.

Die massiven Glücksgefühle beim Reisen habe ich jedoch erst kennengelernt, als ich es nach dem Studium zum ersten Mal wagte, allein zu verreisen: Gebucht hatte ich lediglich den Flug und die ersten drei Nächte in der Jugendherberge von Reykjavik, und reisen wollte ich mit dem Linienbus einmal rund um Island. Schon im Flieger hatte ich Glückstränen in den Augen, später kamen sie dann auch einmal im Bus, als die Fensterscheibe das Licht in einen Regenbogen verwandelte – und beim unerwarteten Anblich des Polarlichts (es war erst September!).

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, singt Reinhard Mey, und ich kann das bestätigen, selbst bei Geschäftsreisen weine ich manchmal vor Glück, wenn wir die Wolkendecke durchstoßen haben. Mittlerweile zahle ich natürlich den CO²-Ausgleich via atmosfair (https://www.atmosfair.de/de/), damit mein Fliegen nicht andere unglücklich macht.

Am allerliebsten aber reise ich mit und schlafe ich auf Schiffen, selbst wenn sie gerade so schräg liegen, dass man ein zweites Brett einrasten lassen muss, um nicht aus der Koje zu kullern (so geschehen auf der Noorderlicht vor Spitzbergen, https://oceanwide-expeditions.com/de/unsere-schiffe/sv-noorderlicht). Das letzte mal übergeben musste ich micht mit sechs Jahren auf der Fähre nach Südschweden. Mein Privatrezept gegen flaues Gefühl im Magen: ein trockenes Brötchen und ein Glas Bier. Wissenschaftlich anerkannt ist hingegen Ingwer, gleich ob als Tee oder Bonbon. Natürlich habe ich inzwischen den Segelschein für Binnengewässer und das Bodensee-Schifferpatent. Und Tochter Lenja ist infiziert: den Optimistenschein hat sie schon, nächstes Jahr soll der erste Segelschein für Erwachsene folgen.

Wenigsten eine kleine Schifffahrt muss deshalb in jedem Urlaub dabei sein – und sei es auch nur eine popelige Kanalüberquerung mit einer winzigen Fähre. Und so ist es auch kein Wunder, dass ich am Tag, bevor ich im July ins Krankenhaus sollte, noch schnell mit Lenja eine Fahrt mit dem Neckarkapitän von Bad Cannstatt durch die Mühlhausener Schleuse und zurück gemacht habe – Dampferfahren als Schiffsglück für Arme eben. Wenn mein Kräuterglück dem nicht entgegenstünde, würde ich gern auf einem Hausboot leben…

Heute bin ich nicht mit einem Schiff, sondern nur mit der Deutschen Bahn unterwegs, begleitet von Bio-Lakritz, das mein Mann Klaus mir gestern geschenkt hat. Ich liebe Lakritz.  Anlass meiner Reise ist mein drittes Heilpraktiker-Seminar, für das ich in Sindelfingen keinen passenden Termin gefunden habe. Was lag also näher, als zum Seminar nach BERLIN zu fahren und dies gleich mit Besuchen bei meiner Stiefmutter und meiner Schwester zu verbinden, bei der ich wohnen werde?

Zugfahren ist auf jeden Fall schöner als Autobahnfahren (von unseren beiden letzten Greiz-Aufenthalten sind meine Familie und ich da noch leidgeprüft). Den ersten Teil der Zugstrecke kenne ich sehr gut: Mannheim – Frankfurt – Fulda – Eisenach – Erfurt (von dort aus würde ein Regionalzug direkt nach Greiz fahren). Dann geht es abenteuerlich weiter durch Sachsen nach Halle, Leipzig und schließlich Bitterfeld in Sachsen-Anhalt, bevor wir von Süden aus nach Berlin einfahren. Ich muss an die schrecklichen Demos der Nazis in Chemnitz und Köthen denken. Was ein Glück, dass wir unser Haus im thüringischen Greiz gekauft haben!

Im Gegensatz zu den Nazis habe ich keine Angst vor Fremden. Am liebsten möchte ich alle Länder dieser Welt kennenlernen. Dreieinhalb Staaten pro Jahr müssten es dafür dann allerdings schon sein, und 2018 war ich leider – auch wegen meiner Radiusfraktut und dem CRPS – noch nirgends. Bisher kann ich erst mit 29 besuchten Staaten aufwarten (DDR nicht mitgerechnet) – 194 plus 12 umstrittene gibt es jedoch. Nicht üppig also… Es ist nicht die Lust am Abhaken und damit Besitzen. Ich entdecke gern. Ich bin seeeehr neugierig (und damit sind wir dann wieder bei meinen Kernkompetenzen). Wenn ich etwas Neues sehe – höre – rieche – schmecke, bin ich glücklich. Monotonie (die Plattenbauten im ehemaligen Ostblock…) macht mich unglücklich.

Ursprünglich sollte dies hier ja nur ein veganer Bio-Reiseblog werden (alle drei Punkte machen mich glücklich), nun ist er mit dem Motto „Tagesreisen zu Glück und Schönheitssinn“ doch umfassender als geplant – und ich brauche nicht über einzelne Bio-Teebeutel in irgendeinem blutigen Steakhaus berichten.

Und in diesem Moment:

Von Ferne grüßt die Wartburg Eisenach,
Eisenach, das ich noch nie gesehen, nur durchfahren hab,
Eisenach, das Klaus scheu gemieden, aus dem seine Mutter stammt.
Eisenach in Thüringen wie Greiz.
Back to the roots für Klaus, wenn wir nach Thüringen ziehn.
Thüringen, das ich hegen, pflegen und lieben will.

 

Mittwoch, 5.9.2018: Beziehungsglück

14.02.2014: Hochzeit im Stuttgarter Neuen Schloss. Mein Vater ist Trauzeuge.

Heute vor sechzehn Jahren habe ich Klaus zum ersten Mal geküsst – dieses Datum ist in unsere Eheringe eingraviert. Exakt einen Monat zuvor, am 5.8.2002, hatten wir uns kennengelernt, in der S-Bahn vom Stuttgarter Flughafen Richtung Innenstadt. Ich kam gerade von einer Urlaubsreise durch Südnorwegen zurück und war ziemlich aufgedreht, weil gepäcklos – meine Habseligkeiten drehten noch in Amsterdam auf dem Förderband. Als in Leinfelden ein schwarz gekleideter, schlanker, dunkelhaariger Mann mit grauen Augen zustieg, dessen Rucksack sperrangelweit offen stand, sprach ich ihn sofort an. Wir unterhielten uns angeregt, und als ich an der Schwabstraße aussteigen musste, gab er mir seine Telefonnummer.

So fing es an. Wir trafen uns in den nächsten Wochen häufig, aber es blieb platonisch, bis ich ihn am besagten Septemberabend fragte, worum wir eigentlich die ganze Zeit so intensiv diskutierten – um eine Freundschaft oder eine Beziehung?

Eigentlich war alles klar. Und während ich bis zu diesem Moment immer verhütet hatte, haben Klaus und ich von der ersten Nacht an dies nicht getan – wir wollten beide ein Kind miteinander. Der errechnete Geburtstermin für Lenja war der 3.6.2004. Aber wie ein Freund, der Hexer Peter, so treffend sagte: „Wenn du möchtest, dass sie erst am 5.6. auf die Welt kommt, wird genau das auch geschehen.“

Und so kam es denn, allerdings bescherte es mir weit über dreißig Stunden Wehen, denn die begannen pünktlich schon am 3. Juni. Aber die 5 ist nun einmal unsere Glückszahl…

Ich habe einen wundervollen Mann und eine ganz besondere Tochter bekommen. „She is going the fairy way“, sagte mein Kollege Alastair schon, als sie gerade anfing zu laufen. „Und wie geht es deiner Elfe?“ wollte erst diese Woche eine Bauchtanzfreundin wissen. Uns als Eltern war es immer wichtig, nicht-direktiv ihr gegenüber zu sein. Sie sei hochbegabt, wird immer wieder vermutet, für uns zählt aber nicht, ob sie das Abitur macht, sondern dass sie ein freier (auch frei denkender), glücklicher Mensch wird.

Geheiratet haben wir erst sehr spät, an einem Tag, dessen Quersumme ebenfalls 5 ist: am 14.02.2014, dem Valentinstag. Wir waren das erste Brautpaar, das sich im Stuttgarter Neuen Schloss das Ja-Wort gegeben hat (siehe Foto), Lenja durfte die Urkunde mit unterschreiben und bekam ebenfalls einen Ring – ihrer ist aus Silber, unsere sind aus Russengold. Zwei Hänse fungierten als Trauzeugen – mein Vater und Klausens Halbbruder.

Ich habe es nie bereut, Klaus geheiratet zu haben – er ist für mich ein idealer Mann, und häufig bin ich schon um ihn beneidet worden. Auch unsere Tochter bestätigt uns, dass wir weit weniger streiten als alle anderen Eltern, die sie kennt (hmm, ganz sicher bin ich nicht: eventuell streitet meine Erfurter Freundin genauso selten mit ihrem Mann).

Vielleicht steht ja Beziehung bei Ihnen nicht auf der Prioritätenliste – für mich aber (wie Sie auf der Seite links nachlesen können, „Über mich und diesen Blog“) sind lieben und mich lieben lassen ganz oben bei den Charakterstärken, die mich glücklich machen – zusammen mit dem Schönheitssinn, um den es ja neben dem Glück im allgemeinen in diesem Blog geht. Klaus und Lenja sind mein großes Glück.

Und so habe ich meinem Mann gestern auf dem Rückweg von der Ergotherapie eine rote Strauchrose gepflückt, Kornelkirschen und ein paar Brombeeren, die ich zufällig noch entdeckte (er liebt Brombeeren sehr). Na ja, und ein Kuss durfte natürlich auch nicht fehlen!

Samstag, 1.9.2018: Karlsruhe – Das persische Café

Meine Familie und ich haben die Nacht in der Jugendherberge Karlsruhe eher schlecht als recht verbracht – werden aber mit dem vermutlich besten Frühstück entschädigt, das ich je in einer Jugendherberge genossen habe: Kaffee, Milch, Kakao und sämtliche Tees sind Bio und teilweise Fairtrade, und es gibt vier verschiedene vegane Pasteten zu wirklich frischen Brötchen in reichhaltiger Auswahl, nebst Obstsalat, Gurken und Tomaten.

Gegen neun Uhr haben wir ausgecheckt und schlendern auf neuen Wegen Richtung Süden zum Hauptbahnhof. Wir erkunden einen großen Flohmarkt, ohne etwas zu kaufen und landen schließlich in der Waldstr. 81 in einer persischen Café-Creperie, Safran, von einer noch jungen, unverschleierten Frau geführt, die begeistert von unserer Stuttgarter Oper schwärmt, als sie erfährt, woher wir kommen. Neben unseren Espressi gibt es wundervollen, selbst hergestellten Wassermelonensaft und persisches Gebäck mit Pistazien und Kardamom – köstlich. Das Café ist gleichzeitig ein Teeladen, mit Dutzenden von Sorten, mit japanischen Teekännchen, aber auch etwas persischer Keramik, und das alles zwar modern eingerichtet, aber gleichzeitig von bunten Lämpchen in wechselnden Farben beleuchtet. Das macht Freude! Und erinnert mich gleichzeitig an ein magisches Buch, das ich vor Jahren gelesen habe: „Das persische Café“ – ein Roman mit Rezepten von Marsha Mehran, © Limes Verlag 2005 (sehr empfehlenswert).

Danach führt der Weg uns wieder an der Mauer des Zoologischen Stadtgartens entlang zum Hauptbahnhof, wir müssen uns mehr beeilen, als uns lieb ist – zu schön war es in Karlsruhe.

Der Nachmittag in Stuttgart verläuft ruhig, Freundin Maja ruft an und Freundin Lilian kommt zu Espresso und Sonnentor-Glückstee zu Besuch, wir alle sind etwas müde, aber guter Dinge.

Freitag, 31.8.2018: Was macht Karlsruhe so besonders?

Karlsruhe: Blick von der Bahnhofstraße in den Japanischen Garten

Den Karlsruhe Schlosslichtspielen ist es zu verdanken, dass meine Familie und ich zum ersten Mal seit langem wieder gemeinsam ins Badische fahren, mit dem Intercity diesmal. Sobald wir den Bahnhofsvorplatz überquert haben, um zur Jugendherberge zu laufen, wird alles anders, als wir es von einer Stadt mit gut 300.000 Einwohnern erwarten: Während die Stuttgarter Königstraße zum Beispiel eine belebte, gesichtslose Fußgängerzone mit Neubauten und einem Filialisten neben dem anderen ist, schmiegt sich die Karlsruhe Bahnhofstraße baumbeschattet an den Zoologischen Stadtgarten: Da gibt es zunächst einmal den Schwanensee, auf dem Boote entlangziehen, dann den Heckengarten und schließlich den Japangarten, während linkerhand ein Buddhismus-Zentrum und ruhige Wohnhäuser locken. Autos gibt es kaum, dafür jede Menge Fahrräder – Karlsruhe ist eine junge Stadt, nicht nur geschichtlich, sondern auch dank der heute hier Lebenden, eine Stadt der Studenten und der Kreativen. Das merken wir auch an den Geschäften und Cafés. Und: Es gibt noch weit mehr alte Häuser als in Stuttgart, wo man nach dem Krieg alles im Stil der 50er Jahre neubaute und vor allem: autogerecht wieder aufbaute, während die Karlsruher ihre Straßen fahrradgerecht gestaltet haben. Und tramgerecht, was gegenüber unserer Stuttgarter U-Bahn sehr nostalgisch wirkt.

Karlsruhe Nymphengarten

Nachdem wir uns in einem Familienzimmer der Jugendherberge im Norden der Innenstadt wohnlich eingerichtet haben, gehen wir zurück gen Süden zur Kriegsstraße, durch den Nymphenpark hindurch, denn hier soll es ein gutes Restaurant geben: „My Heart Beats Vegan“. Das tut es auch, nur hätten wir an einem Freitag um 18.30 Uhr besser reservieren sollen – das wirklich große Lokal ist komplett ausgebucht! Wir sind sehr enttäuscht, zumal das Essen auf den Tellern wirklich lecker aussieht.

Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als über die Kreuzstraße gen Schloss zu laufen und zu gucken, was sich links und rechts so bietet. Am Marktplatz entdecken wir eine Filiale der Edelburger-Kette „Hans im Glück“ und kehren ein. Auch dieses Lokal ist sehr groß (gehen die Badener lieber aus als die Schwaben?), und wie üblich ist die Partymusik zu laut, aber es gibt Platz für uns, und so esse ich einen veganen Burger (nicht den, den ich bestellt habe, aber immerhin) mit Salat und trinke einen leckeren Durstlöscher Erdbeer-Basilikum. Das Lokal schaut exakt so aus wie seine Zwillingsbrüder in Wuppertal und Stuttgart und versetzt einen nicht nur in die Atmosphäre des Märchens, sondern auch in die eines Birkenwaldes. Natürlich haben wir uns von Karlsruhe etwas Abenteuerlicheres erwartet, aber wir wollen den Beginn der vierten Schlosslichtspiele nicht durch noch längere Restaurantsuche verpassen.

Vom Marktplatz aus können wir schon das Schloss sehen, und trotz des Nieselregens sind bereits viele Leute dort. Wir schaffen es jedoch, Holzklappstühle in der ersten Reihe zu ergattern. Der Eintritt ist frei, aber um Spenden wird gebeten, und so kaufen wir für Tochter Lenja ein orangenes 5€-Armband in Signalfarbe.

Schlosslichtspiele: Jesper Wachtmeisters „Reflections“

Was uns dann ab 20.30 Uhr erwartet, ist wahrhaft magisch. Auf die Fassade des Schlosses werden 3D-Lasershows projiziert, die zuweilen große Kunst sind und mir immer wieder Lachen und erstaunte Ausrufe entlocken. Da schwimmen Papierfische durch das Meer, Riesen laufen herum, die Fassade wird so lange gewaschen und überschwemmt, bis das Gebäude in sich zusammenbricht, und wir tauchen ein in neue, ganz fremde, wunderbare Welten. Am besten gefallen mir die

  • „Reflections“ von Jesper Wachtmeister und der Solaris Filmproduktion aus Schweden (https://vimeo.com/136217210): Ein neuer Tag beginnt im Karlsruher Schlosspark, der Markgraf fährt in einer Kutsche vor, doch wie in einem Karussell beschleunigt sich seine Fahrt und entfesselt eine wahrhaft berauschende Bilderflut –
  • sowie „Cleansing“ von Eyal Gever aus Israel (http://www.eyalgever.com/cleansing/), dessen „#Laugh“ sogar dank der NASA im Weltraum produziert wird, mithilfe eines 3D-Druckers, der auch in der Schwerelosigkeit funktioniert.

Die Lichtspiele laufen in diesem Jahr noch bis zum 9. September. Leider schwächeln Mann und Tochter, und so machen wir uns schon kurz nach 22 Uhr auf den Heimweg, während die Show noch anderthalb Stunden weitergeht. Ja, wegen der Zugfahrt und der Übernachtung war es ein teures Vergnügen, aber trotzdem jeden Euro wert!

Die Straßen zurück zur Jugendherberge haben ebenfalls etwas Magisches, so wie ich es manchmal in Turin oder Barcelona erlebt habe. Fast keine Autos sind unterwegs, und ich habe das Gefühl, sie gehörten auch gar nicht hierher in diese Wundernachtstadt.